Feuerwehr-Chronik

Chronik der Feuerwehr Bischofsheim

Zusammengefasst von Thomas Rauch aus Berichten, die von Winfried Mai, Jürgen Enders, Hermann Ziegler, Hans-Peter Schonder, Edgar Hüttner und Peter Rosin (Heide/Holstein) zur Verfügung gestellt wurden. Mit Ergänzungen von Christoph Finger.

Die Feuerwehr Bischofsheim kann auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken. Sie wurde am 1. Juli 1868 gegründet. Unsere Chronik gibt einen Einblick in die Ereignisse der vergangenen über 150 Jahre.

Die Gründungschronik der Feuerwehr ist in sauberer alter deutscher Schrift und gut leserlich geschrieben und zeigt beeindruckend auf, welch bedeutende Stellung in diesem Zeitraum Bischofsheim weit über die Grenzen der Rhön innehatte.

Seltsam erscheinen mag es auch, dass bei der Gründung der Feuerwehr der damalige Pfarrer, der Hauptinitiator zusammen mit dem damaligen Lehrer gewesen ist.

Prominente waren seinerzeit noch in Ämtern der Stadt vertreten. Angesehene Geschäftsleute und Bürger schlossen sich dem Aufruf des Pfarrers an und trugen damit Verantwortung für das Wohl und Wehe Bischofsheims, das wiederholt von schweren Brandkatastrophen heimgesucht worden war.

Brandkatastrophen im 19. Jahrhundert

Nach Recherchen von Christoph Finger

Am 11. November 1816 brannten zu Bischofsheim vor der Rhön 70 Gebäude ab, worunter 13 Häuser und 37 Scheunen gänzlich vernichtet, und 49 Gebäude, worunter 26 Häuser und 1 Scheune mehr oder weniger beschädigt wurden. Dabei verzehrte das Feuer auch viele Früchte, mehreres Vieh, Tücher und bedeutende Wollensvorräthe. 1J. E. Stain, Einige Ideen über Feuerpolizei und Löschanstalten. München: E. A. Fleischmann 1823, S. 73

Den 24. Dezember 1842 Nachts 11 Uhr ist in der Scheune des Handelsmannes Schöppner zu Bischofsheim v. d. Rhön Feuer ausgebrochen und ist bezeichnete Scheune, trotz aller Bemühung der dortigen Bewohner mit Allem, was sie in sich faßte, ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden beträgt 660–700 Gulden.2Nürnberger Zeitung, 10. Jahrgang. Nürnberg: Tümmelsche Offizin 03.01.1843, Nr. 3, S. 1

Am 15. September 1846, Morgens zwischen 5 und 6 Uhr, brach in Bischofsheim an der Rhön in einer Scheune Feuer aus, welches in wenigen Stunden fast den ganzen südöstlichen und südwestlichen Theil des Städtchens vernichtete. Die Zahl der abgebrannten Gebäude wird zwischen 50 bis 80 angegeben. Sämmtliche öffentliche Gebäude sind unversehrt. Das Unglück traf meist die ärmere Klasse. Bischofsheim hat 297 Wohnhäuser und 1770 Einwohner. (N. Wzb. Ztg.)3Bayreuther Zeitung. Bayreuth: Verlag der Geb. Kammerrath Hagen’schen Erben, 20.09.1846, Nr. 224, S.4

In Bischofsheim an der Rhön ist am 7. März 1850 früh 3 Uhr ein Brand ausgebrochen, der 19 Wohnhäuser, 10 Scheunen und 8 Nebengebäude in Asche legte. Nur den angestrengtesten Bemühungen gelang es, nach 7 Stunden dem verheerenden Elemente Einhalt zu thun.4Tagblatt der Stadt Bamberg, 17. Jahrgang. Bamberg: J. M. Reindl, 10.03.1850, Nr. 69, S. 2

Von Bischofsheim v. d. Rhön wird geschrieben: (…) am Vorabend vor Weihnachten 1851 hat’s Landgericht hier einen Brand gehabt; weil aber die Herren noch auf den Amtsstuben und viel Leut‘ da waren, so wurd’s bald gelöscht. Man rechnet die Schuld dem schlechten Kehren der Kamine zu, weil der Kaminfeger wohl die Wirthshäuser gut visitirt, aber im Uebrigen seine Lehrjungen hausen läßt. (…)5Der Volksbote, 5. Jahrgang. München: J. Georg Weiß, 22.01.1852, Nr. 19, S. 2

Der am Abend des 15. Oktobers 1868 zu Bischofsheim v./Rhön ausgebrochene Brand blieb, Dank dem umsichtigen Eingreifen der freiwilligen Feuerwehr von Neustadt a./S., auf 3 Wohnhäuser und fünf Scheunen beschränkt.6Würzburger Journal, 14. Jahrgang. Würzburg: J. M. Richter, 19.10.1868, Nr. 250, S. 3

Bischofsheim v. d. Rhön, 22. Oktober 1877. Heute Mitternacht 1 Uhr brannte das Bierbrauer Müller’sche Wohnhaus sammt einem Theil des Brauhauses außerhalb der Stadt bis auf die Grundmauern nieder. Das Feuer soll in, oder doch wenigstens in der Nähe der Malzdarre auf bis jetzt unbekannte Weise entstanden sein. Der Schaden beläuft sich auf ca. 60.000 Mark.7Bayerischer Kurier, 11. Jahrgang. München: Dr. M. Huttler, 29.10.1877, Nr. 298 & 299, S. 3

p. Bischofsheim, v. d. Rhön, 13. November 1877. Kaum hatten sich die Bewohner von dem Schrecken des letzten Brandes, 22. v. Mts., erholt, so wurden dieselben in der abgewichenen Nacht 11 3/4 Uhr schon wieder durch Feuerallarm aus ihren Betten geweckt. Es brannte in hiesiger Stadt zwischen Schwedenstraße und der Hofgasse drei Scheunen mit allen Erntevorräten, Vieh und Nebenstallungen des Katzenberger, Löhrlein und des Kirchenpflegers Reder bis auf den Grund nieder. Das Feuer war entsetzlich, die Hellung so groß, daß ganz Bischofsheim beleuchtet war. Das städtische Armenhaus zu dessen Einrichtung im Jahre 1847 Seiner Majestät König Ludwig I. 3000 Gulden spendete war von den Flammen ergriffen und konnte nur mit vieler Mühe gerettet werden. Ursache des Brandes ist noch unbekannt.8Bamberger Volksblatt. Bamberg: Kath. Genoss.-Druckerei (Th. Schmitz), 15.11.1877, Nr. 261, S. 2

Aus den Protokollen

Lückenlos sind die Protokolle der ersten zehn Jahre in der Chronik vorhanden, wobei nur die Aufzeichnungen von 1901 bis 1905 fehlen.

„Der polytechnische Bezirksverein Bischofsheim. Die auf heute anberaumte Plenarversammlung hat aus Anlass des jüngsten Brandunglückes dahier, einstimmig den Beschluss gefasst, dahier in Bischofsheim eine freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen unter der Voraussetzung dass die Stadt die notwendigen Mittel zu den notwendigen Rettungs- und Löschrequisiten beschafft. Die anwesenden Mitglieder versprechen durch Unterschrift, der zu bildenden Feuerwehr beizutreten“

Erster Eintrag in der Chronik der Feuerwehr Bischofsheim, datiert auf den 23. Oktober 1868.

Unterschriften wurden von Schmitt (Pfarrer), Tann (Lehrer) und weiteren geleistet.

Nach aufgezeichneter Wahl des Ausschusses heißt es weiter: „Dieser Ausschuss übernimmt die Aufgabe, alles Nötige zu beraten und anzuordnen, um den Verein schleunigst ins Leben zu rufen.“ gezeichnet Schmitt, Vorstand

Unter Pfarrer Schmitt, Bürgermeister Deutsch, Färber Richard Schumm, und Kaufmann August Hohn, – als Schriftführer Lehrer Tann ­– konnte am selben Abend ein Mitgliederstamm von 44 Freiwilligen verzeichnet werden.

Mit Schreiben der „Stadtgemeinde Bischofsheim vor der Rhön“ vom 12. November wird „dem verehrlichen provisorischen Ausschuss der freiwilligen Feuerwehr“ 2.500 Gulden zugesagt.

Nach dem Antrag handelte es sich um Buttenspritzen und zwei Spritzen mit Saug und Druckeinrichtung – 400 Fuß Schläuche und übrige Ausstattung der damaligen Zeit.

Angeschafft wurden dann: 1 Schubleiter, Haken- und Dachleitern, Rettungsschlauch, Steigergurte mit Beil, Signalinstrumente, Laternen und natürlich unsere zum Teil erhaltenen Messing­helme. Diese wurden 1869 von der Spenglerinnung in Augsburg gefertigt und von einem Boten Hartung in Schweinfurt übernommen, da es eine Eisenbahn noch nicht gab.

In jedem Haus musste ein Tucheimer vorhanden sein, versehen mit der jeweiligen Hausnummer, denn damals ging es noch „Durch die Hände langer Kette“ (Schillers Glocke).

Zusammensetzung der Mannschaft

Die Mannschaft wurde so aufgestellt, damit jeder seinen evtl. Berufsfähigkeiten eingesetzt werden konnte. Der Zimmermann fürs Dach oder Leiter. Es gab eine Spritzenmannschaft, eine Rettungsmannschaft, Eimerzug und Wasserzubringer. Selbst an dekorative Sternchen wurde gedacht und als Helme wurden abgelegte Militärhelme empfohlen. 1600 fl. wurden für die Erstausstattung einschließlich zwei Spritzen und Schlauchmaterial ausgegeben. 95 Mann stark war die Gründungsmannschaft, 1925: 165, 1929: 195.

Mit eigenhändiger Unterschrift mussten die Männer sich den gegebenen Statuten unterordnen. Als 1. Kommandant wird zum 6. Januar 1869 Friedrich Schumm genannt. Mit bittendem Antrag wurden Bewerber in die Feuerwehr aufgenommen.

Behördlich registriert, wurden damals auch überregionale Übungen veranstaltet, wie ein Schreiben der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt vom 5. August 1869 besagt, wo das „Commando“ Bischofsheim zu einem Schul-Hauptmanöver“ eingeladen wird.

Selbst auf internationalem Parkett schon bekannt, erhielt die Bischofsheimer Wehr ein Schreiben, aus dem ungarischen Pest, mit welchem Edemund, Graf Széchényi namens des Festcomité zum ungarischen Feuerwehrtag einlädt wo „Kameraden aller Länder und Nationen“ zusammenkommen.

Vier Tage dauerte das große Feuerwehrfest bei den Madiaren.

Mit „Brudergruß und Handschlag“ lädt die Feuerwehr Schweinfurt auch 1869 zum Stiftungsfest ein, ebenfalls Augsburg. Rege Aktivitäten zeigt die alte Chronik auf, deren letzter Eintrag ist auf den 21. November 1878 datiert.

Es gab auch mehrmals Kommandowechsel „Herr Kaufmann und Schlosser Alois Mahaleth“, „Herr Schönfärber, H. Mauerer, noch bekannte Namen wie Michel Barthelmes waren mitverantwortlich tätig.

Nicht immer ging alles ganz glatt, wie ein Schreiben des damaligen Bürgermeisters Deutsch vom Januar 1871 besagt, wo das Stadtoberhaupt ein ganz energisches Wort schriftlich an den Verwaltungsausschuss der Feuerwehr richtete.

Erster Weltkrieg

Auch ist in der Chronik verzeichnet, der Heimkehrergottesdienst nach dem Feldzug 70/71 – die Bemühungen – die Wehr bei den Wirren des Krieges 1914–18 in Form zu halten und schließlich die Inflation zu überstehen. Eine äußerst starke Wehr ist in den zwanziger Jahren zu verzeichnen, wobei im Jahre 1928 ein bebenderer Höhepunkt, die Beschaffung der ersten Motorspritze (eine Balke 1.000 Ltr) war. Die Zwangsernennung während des dritten Reiches, als Feuerschutz­polizei, war nicht gerade die beste Lösung in der Feuerwehrgeschichte. Auch der Mannschaftsstand ging auf die Leute zurück, die nicht bei einer anderen Organisation waren.

Die Bischofsheimer Feuerwehr nach dem Brand in Sandberg 1928.

Zweiter Weltkrieg

So brachten die Kriegswirren 1938 bis 1945 für die Wehr allerhand Belastung. Ab 1942 bestand die Mannschaft aus ergrauten Männern und Jünglingen, die wiederum zur Wehrmacht gezogen wurden, sodass im Jahre 1944 eine weibliche Feuerwehr verpflichtet wurde. Zusammen mit den betagten Männern mussten 60 Frauen und Mädchen den schweren Dienst, hervorgerufen durch die vielen Fliegeralarme verrichten. Ihr Kommandant war Dora Löhrlein.

Mit einem Rückblick auf die nachträglich erfassten Geschehnisse während des Zweiten Weltkrieges fährt der Chronist mit einem Eintrag für den 6. Januar 1940 fort. Er beinhaltet, dass 1939 eine gut funktionierende Wehr unter Leitung des Landwirts und Wagners Josef Mai bestand.

Nachfolger wurde Gregor Roth, der tragisch ums Leben kam. Ab März 1942 folgte Spenglermeister Karl Link als Kommandant. Im Kriege selbst mussten Schulentlassene auf Frauen und Mädchen zum Feuerwehrdienst herangezogen werden, sie wurden während der Zeit des Nationalsozialismus als „Feuerschutzpolizei“ bezeichnet. Im März 1945 gab es nach einem Fliegerangriff einen Ernstfalleinsatz. Der neu gewählte Kommandant Ludwig Maisch hatte es schwer, eine einsatzfähige Wehr aufzustellen. Das Gerät war im schlechten Zustand, selbst die Uniformen blieben verschwunden, obwohl ein dringender Aufruf ergangen war.

Lange Jahre war Karl Barthelmes für die Bischofsheimer Wehr auch auf Kreisebene verantwortlich tätig.

Die Nachkriegszeit

Nach dem unseligen Krieg 1945 wurden bewährte Führungskräfte durch die Einmischung der Besatzungsmacht außer Kurs gesetzt – es zeichneten sich die Folgen schon bei einem Großbrand 1945 ab.

Man sah es später zwar ein, dass man hier und überall das Kind mit dem Bade verschüttet hatte, aber es dauerte wieder Jahre um das aufzuholen was gerade in dieser Zeit schleifen gegangen war. Erst ab dem Jahr 1950 konnte die Wehr in Punkto Ausrüstungsbeschaffungen langsam nach vorne ziehen.

Der Kampf um jedes Stück – Verwaltungsrat contra Stadtrat war nicht immer leicht. So hat 1953 unsere Motorspritze noch das zeitliche gesegnet und wiederum standen wir mit unserem alten guten Stück, der Saug- und Druckspritze, vier Monate lang alleine da. Zur Beschaffung eines Großgerätes bekamen wir von den damaligen Kreisräten wenig Unterstützung und unserem Antrag auf Beschaffung eines zweiten Kreisgerätes der Zuschuss verweigert. Unter Bürgermeister Ferdinand Krenzer wurden sodann im Jahre 1953 und 1954 je eine TS/8 mit Zubehör beschafft. In der Nachfolge des zum Ehrenvorstand ernannten Ferdinand Krenzer hatten wir an Bürgermeister Hermann Fromme einen väterlichen Vorstand und Förderer gehabt. Es ist nur zu ahnen­ in wieweit er für uns mit seinem Gehalt und sonstigen Spenden zur Verbesserung der Wehr und Kameradschaftspflege zur Opferung gegangen ist. Ihm oblag auch die Planung des neuen Gerätehauses (am Friedhof), das 1968 bezogen wurde. Die alte Unterkunft musste dem Kirchenan- und umbau weichen.

Das Feuerwehr-Gerätehaus von Bischofsheim zwischen Zentturm und Stadtpfarrkirche. Links die Stufen zum Zentturm, die heute innerhalb der Stadtpfarrkirche liegen. Foto: Schonder

Zwei bittere Jahre galt es zu überbrücken, da unsere Wehr keine rechte Bleibe hatte und eine Grundausbildung und Gerätepflege nur bedingt möglich war. Aus der Chronik des damaligen Stadtpfarrers geht hervor, dass die Feuerwehr zu dieser Zeit in der Remise des Rentamtes untergebracht wurde.

Unserem Fördermitglied Philipp Kirchner haben wir es zu verdanken, dass wir mit einem Volkswagen T1 motorisiert wurden – ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Feuerwehr Bischofsheim.

Aus unserer Feuerwehr-Chronik: Das "alte" Feuerwehr-Gerätehaus von Bischofsheim.
Das Feuerwehr-Gerätehaus von Bischofsheim neben dem Friedhof im Jahr 1968.

100-jähriges Bestehen und Partnerschaft mit der Feuerwehr Heide/Holstein

Als weiterer Höhepunkt wurde im Jahr 1968 das 100-jährige Bestehen gefeiert, hierbei entwickelte sich die heute noch bestehende Patenschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr Heide in Holstein. Bei den Feierlichkeiten wurde die neubeschaffte Fahne der Feuerwehr Bischofsheim kirchlich geweiht. Damit ging ein lang gehegter Wunsch der Bischofsheimer Wehr in Erfüllung. Die Fahne wurde zu zwei Dritteln von den Feuerwehrmännern gestiftet. Auch die Bischofsheimer Geschäftsleute beteiligten sich an den Kosten.

Fahnengeleit nach dem Festgottesdienst zum Festplatz am (alten) Feuerwehrhaus.

1972 konnte das erste wasserführende Fahrzeug (Tanklöschfahrzeug, kurz TLF 16/25) seinen Dienst aufnehmen, welches vom Landkreis gestellt wurde. Etwa ein Jahrzehnt später wurde in einem Anhänger die Zusatzbeladung für Technische Hilfeleistungen bei entsprechenden Einsätzen mitgeführt. Diesem verbesserungswürdigen Zustand konnte 1992 mit einem neuen Löschgruppenfahrzeug (LF 16/12) Abhilfe geschaffen werden.

Übergabe des neuen „Kreislöschgeräts“ TLF 16/25 an Kommandant Karl Barthelmes im Jahr 1972. „Das größte und modernste seiner Art im Landkreis“ schrieb damals die Main-Post. Das Staffelfahrzeug hatte einen Anschaffungswert von 118.000 Mark.

Gründung der Jugend- und Damenfeuerwehr

Winfried Mai, der 1987 zum Kommandanten gewählt wurde, erkannte rechtzeitig die nötigen Maßnahmen, die zum Erhalt einer weiterhin „modernen Feuerwehr“ nötig waren, auch mit der Gründung einer Jugendgruppe (1988) und einer Damenfeuerwehr (1993).

Wachsende Aufgaben und die hierfür nötigen Ausrüstungsgegenstände ließen Um- und Erweiterungspläne für die Unterkunft entstehen. Der damalige Bürgermeister und Vorstand Hans Repp bewies mit seinem Stadtrat Weitblick, denn man konnte von der Notwendigkeit zum Bau eines neuen Feuerwehrhauses überzeugen, welches dann im Jahr 1995 in der Weisbacher Straße gebaut wurde. Ein hohes Maß an Eigenleistung der Feuerwehrleute wurde vorausgesetzt. So wurden unter der „baufachlichen Feuerwehrleitung“ von Edgar Hüttner (ehem. 2. Kommandant) viele Stunden von den Kameraden am Bau geleistet.

Einzug der Mannschaft zum neuen Feuerwehrhaus im Jahr 1997. Vorneweg die historische Saug- und Druckspritze aus dem Jahr 1895. Foto: Schonder

Nachdem Winfried Mai 1999 in der Landkreis-Feuerwehrführung eine Kreisbrandinspektion übernommen hatte, konnte er das Amt des Kommandanten nicht weiter ausführen. Neuer Kommandant wurde Heiner Mai. 2005 konnte das Tanklöschfahrzeug 16/25 durch eines sehr modernes Fahrzeug ersetzt werden. Es handelt sich um ein Vorführfahrzeug mit umfangreicher Ausstattung.

Fuhrpark beim Einzug ins neue Feuerwehrhaus im Jahr 1997

Restaurierung der Feuerwehrfahne im Jahr 2021

Das Bild zeigt von links Bürgermeister Georg Seiffert, Kommandant Christian Hoenen und den Vorsitzenden des Feuerwehrvereins Roland Mai. Foto: Marion Eckert

Im Jahr 2021 wurde die Fahne unserer Feuerwehr aufwendig restauriert. Der Zahn der Zeit hatte deutlich am Zustand der Fahne genagt. Die Hälfte der Kosten wurden über das Regionalbudget des Amtes für ländliche Entwicklung und die Kreuzbergallianz finanziert.

Kommandanten der Feuerwehr Bischofsheim i.d.Rhön

Ein besonderer Dank gebührt aber auch den Männern der Vergangen­heit, bei deren Wahl die strenge Vorschrift herrschte, dass Sie Energie, Geistesgegenwart und die Achtung der Mitbürger haben mussten:

Kommandanten von 1868 bis 1945:

Friedrich Schumm (1868–1871)
Alois Mahaleth (1871–1873)
Hieronymus Maurer (1873–1892)
Adam Weber (1892–1892)
Ludwig Straub (1898–1903)
Johann Hartung (1903–1905)
Richard Dreisch (1905–1907)
Josef Kessler (1907–1912)
Gregor Eckardt (1912–1914)
Anton Niederhübner (1914–1918)
Johann Hartung (1918–1925)
Josef Mai (1925–1940)
Gregor Roth (1940–1942)
Karl Link (1942–1945)

Kommandanten der Nachkriegszeit

Ludwig Maisch (1946–1949)
Karl Barthelmes (1949–1974)
Walter Lohbrand (1974–1979)
Karl Hergenröther (1979–1987)
Winfried Mai (1987–2000)
Heiner Mai (2000–2006)
Thomas Rauch (2006–2009)
Dietmar Hohn (2009–2010)
Thomas Geis (2010–2016)
Christian Hoenen (seit 2016)

Stellvertretende Kommandanten

Rudolf Balling (1954–1955)
Walter Lohbrand (1955–1974)
Karl Hergenröther (1974–1979)
Herbert Seiffert (1979–1984)
Winfried Mai (1984–1987)
Edgar Hüttner (1987–1994)
Thomas Geis (1994–2010)
Christian Hoenen (2010–2014)
Ilona Reukauf (2014–2021)
Thomas Finger (seit 2021)


Es sind die bis heute 25 Kommandanten, die die Geschicke der Feuerwehr Bischofsheim bei unzähligen Einsätzen, Großbränden und Notständen leiteten – in der näheren und auch weiteren Umgebung schlicht und treu zum Wohle und zur Ehre unserer Heimatstadt ihre Pflicht erfüllten.

Die Feuerwehr Bischofsheim hat als Stützpunktfeuerwehr eine wichtige Stellung in der oberen Rhön eingenommen. Mit modernsten Gerätschaften ausgerüstet, ist sie eine leistungsfähige und gut ausgebildete Wehr, die in den letzten Jahrzehnten harte Feuerproben zu bestehen und bei Verkehrsunfällen manch schwierige Aufgabe zu bewältigen hatte. Als größte Feuerkatastrophen der Nachkriegszeit sei hier der Großbrand 1976 in den Höfen (heute Höfestraße) und der Brand eines Gebäudes 2003 am Marktplatz genannt.

Großbrand in den Höfen am 30. Juni 1976. Foto: Kleinhenz

In den jährlichen Einsatzstatistiken wird ersichtlich, dass die Feuerwehr auch in der heutigen Zeit nicht an Bedeutung verloren hat, sondern einem immer breiteren Aufgabenspektrum gegenüber steht und an Bedeutung gewinnt.

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